10. Juni 2026 · Leasing-Point Redaktion
Auto-Abo Kaution: Welche Anbieter verlangen wie viel?
FINN, MILES, SIXT+, Carminga & Co.: So unterscheiden sich Kaution, Bonitätsprüfung, Fälligkeit und Rückzahlung beim Auto-Abo.
Kurz gesagt: Die Kaution beim Auto-Abo liegt je nach Anbieter zwischen 0 Euro, einem festen Betrag wie 750 Euro oder bis zu 3 Monatsraten. Entscheidend sind Anbieter, Fahrzeug, Bonität, Zahlungsart und teilweise der konkrete Vertragspartner. Eine Kaution ersetzt aber keine Bonitätsprüfung und ist keine Garantie für ein Auto-Abo trotz negativer SCHUFA.
Für dich ist die Kaution vor allem deshalb wichtig, weil sie die tatsächlichen Startkosten beeinflusst. Ein Angebot kann monatlich günstig aussehen, aber zu Beginn deutlich mehr Geld binden, wenn zusätzlich zur ersten Rate noch eine oder mehrere Monatsraten als Kaution fällig werden. Deshalb solltest du bei jedem Auto-Abo nicht nur die Monatsrate vergleichen, sondern auch Kaution, Fälligkeit, Rückzahlung und Selbstbeteiligung prüfen.
Auto-Abo Kaution im Anbieter-Vergleich
| Anbieter | Kaution | Fälligkeit | Abhängig von | Einordnung |
|---|---|---|---|---|
| FINN | Kein fixer Euro-Betrag; bei Bedarf bis maximal drei Monatsraten | Vor Fahrzeugübergabe per Überweisung | Bonitätsprüfung / Ergebnis der Anbieterprüfung | Planbar durch Obergrenze, aber abhängig von der Prüfung. |
| MILES Abo | Keine / 1 / 2 oder 3 Monatsraten je nach Scoreband | Spätestens 10 Tage vor Lieferung / Übergabe | Automatische Bonitätsprüfung bzw. SCHUFA-Score; laut AGB ggf. zusätzlich Fahrzeugklasse | Am transparentesten, weil die Kaution nach Score gestaffelt ist. |
| Carminga | Üblicherweise eine Kaution in Höhe einer Monatsmiete | Nach Bestellbestätigung per Überweisung | Konkreter Vertrag / Buchung | Einfach kalkulierbar, da meist eine Monatsmiete. |
| myEuropcar | Auf geprüften Fahrzeugseiten eine Kaution in Höhe von 750€ | Bei Buchung bzw. spätestens nach Fahrzeugbereitstellung | Fahrzeug und Buchung; laut Bedingungen Kaution gemäß Fahrzeugübersicht | Relativ konkreter Betrag, aber Detailprüfung im Angebot nötig. |
| SIXT+ | Abhängig von der Fahrzeuggruppe | Bei Fahrzeugabholung zusätzlich zur ersten Rate | Fahrzeuggruppe und Zahlungsmittel | Vor Buchung genau prüfen, da kein einheitlicher Betrag genannt wird. |
| FAAREN | Partnerabhängig; Dies entscheidet der FAAREN Partner | Je nach Partner-AGB | Vertragspartner und Fahrzeug | Partner-AGB entscheidend, daher weniger einheitlich. |
| movme | Kein konkreter öffentlicher Betrag gefunden; nur rückzahlbare Kaution unter bestimmten Umständen | Keine klare öffentliche Angabe | Von deiner Kreditwürdigkeit | Kaution möglich, Höhe öffentlich nicht klar beziffert. |
| 9drive | Partnerabhängig; keine eigene Kautionsregel als Plattform erkennbar | Je nach Vertragspartner | Anbieter / Händler des konkreten Angebots | Keine eigene Regel, da 9drive einen lediglich Anbieter auflistet und nicht selbst Kautionsgeber ist. |
Die Tabelle zeigt: Es gibt beim Thema Auto-Abo Kaution kein einheitliches Marktmodell. Manche Anbieter arbeiten mit festen Beträgen, andere mit Monatsraten, Score-Staffeln oder partnerabhängigen Regeln. Für Nutzer ist deshalb nicht entscheidend, ob ein Anbieter grundsätzlich „mit Kaution“ oder „ohne Kaution“ wirbt, sondern welche Regel im konkreten Angebot steht.
Was ist eine Kaution beim Auto-Abo?
Die Kaution ist eine Sicherheitsleistung. Sie soll den Anbieter absichern, falls nach der Rückgabe noch offene Forderungen entstehen. Dazu können zum Beispiel Fahrzeugschäden, Mehrkilometer, Gebühren, verspätete Rückgabe, Bußgelder oder nicht bezahlte Beträge gehören.
Je nach Anbieter wird die Kaution überwiesen, abgebucht oder auf einer Kreditkarte reserviert. Dieser Unterschied ist für dich wichtig: Eine überwiesene Kaution reduziert sofort dein verfügbares Guthaben. Eine Kreditkartenreservierung wird zwar nicht immer direkt vom Konto abgebucht, kann aber deinen Kartenrahmen blockieren. Gerade bei höheren Kautionen kann das im Alltag relevant werden.
Außerdem solltest du prüfen, ob die Kaution immer anfällt oder nur unter bestimmten Voraussetzungen. Bei einigen Anbietern hängt sie von der Bonität ab, bei anderen vom Fahrzeug oder von der Fahrzeuggruppe. Bei Plattformen entscheidet oft nicht die Plattform selbst, sondern der konkrete Vertragspartner.
Beispiel: So wirkt sich die Kaution auf die Startkosten aus
Die Kaution kann die tatsächlichen Startkosten deutlich erhöhen. Kostet ein Auto-Abo zum Beispiel 300 Euro pro Monat und verlangt der Anbieter eine Kaution von 3 Monatsraten, musst du vor oder bei Fahrzeugübergabe zusätzlich 900 Euro einplanen. Zusammen mit der ersten Monatsrate können so schnell 1.200 Euro fällig werden.
Das Geld ist nicht automatisch verloren, denn eine Kaution wird nach ordnungsgemäßer Rückgabe in der Regel wieder freigegeben oder ausgezahlt. Trotzdem musst du sie zunächst verfügbar haben. Genau deshalb ist die Kaution beim Vergleich so wichtig: Sie verändert nicht unbedingt die Gesamtkosten über die Laufzeit, aber sie beeinflusst deine Liquidität am Anfang.
Besonders deutlich wird das bei kurzen Laufzeiten. Wenn du ein Fahrzeug nur drei oder sechs Monate nutzt, fällt eine hohe Kaution stärker ins Gewicht als bei einem längeren Vertrag. Sie bleibt zwar eine Sicherheitsleistung, kann aber dazu führen, dass ein vermeintlich günstiges Angebot weniger attraktiv wirkt.
Welche Anbieter sind besonders transparent?
MILES Abo: klare Staffel nach SCHUFA-Score
MILES Abo ist beim Thema Kaution besonders transparent. Der Anbieter nennt eine konkrete Staffel von 0 bis 3 Monatsraten. Die Höhe richtet sich nach dem Ergebnis der automatischen Bonitätsprüfung beziehungsweise nach dem SCHUFA-Score. Je besser der Score, desto geringer kann die Kaution ausfallen. Bei sehr gutem Score kann laut Anbieter sogar keine Kaution fällig werden.
Für Nutzer ist das ein Vorteil, weil die Logik vorab nachvollziehbar ist. Du siehst nicht nur, dass eine Kaution möglich ist, sondern auch, nach welchem Prinzip sie gestaffelt wird. Gleichzeitig bleibt wichtig: Die Kaution ist Teil der Prüfung und ersetzt die Bonitätsprüfung nicht.
FINN: Kaution mit klarer Obergrenze
FINN verlangt keine pauschale Kaution für alle Kunden. Stattdessen kann je nach Ergebnis der Anbieterprüfung eine Sicherheitsleistung fällig werden. Öffentlich genannt wird kein fixer Euro-Betrag, sondern eine Obergrenze von maximal drei Monatsraten. Bezahlt wird die Kaution per Überweisung vor der Fahrzeugübergabe.
Das ist aus Nutzersicht halb planbar: Die maximale Höhe ist begrenzt, die konkrete Kaution ergibt sich aber erst aus der Prüfung. Wenn du bei FINN ein Angebot prüfst, solltest du deshalb nicht nur auf die Monatsrate achten, sondern auch darauf, ob im Buchungsprozess oder in der Kommunikation eine Kaution genannt wird.
Carminga: meist eine Monatsmiete
Carminga formuliert die Kaution einfach: Üblicherweise wird eine Kaution in Höhe einer Monatsmiete fällig. Gezahlt wird sie nach der Bestellbestätigung per Überweisung. Dadurch lässt sich die Startbelastung vergleichsweise leicht einschätzen.
Das Wort „üblicherweise“ sollte man trotzdem ernst nehmen. Es bedeutet nicht automatisch, dass jeder Vertrag exakt gleich behandelt wird. Maßgeblich ist am Ende immer das konkrete Angebot beziehungsweise die Vertragsunterlagen.
SIXT+, myEuropcar und Plattformen richtig einordnen
Bei SIXT+ ist die Kaution fahrzeuggruppenabhängig. Das heißt: Nicht ein pauschaler Betrag gilt für alle Abos, sondern die Sicherheitsleistung richtet sich nach der jeweiligen Fahrzeuggruppe. Für dich bedeutet das: Der konkrete Betrag muss im Buchungsprozess oder in den Mietbedingungen geprüft werden.
myEuropcar ist bei den geprüften Fahrzeugseiten konkreter: Dort wurde eine Kaution von 750 Euro genannt. Die Bedingungen verweisen aber allgemein auf die jeweilige Fahrzeugübersicht. Auch hier gilt deshalb: Der konkrete Fahrzeugdatensatz und die Buchungsunterlagen sind entscheidend.
FAAREN und 9drive solltest du nicht wie klassische Direktanbieter lesen. FAAREN ist ein Marktplatz, bei dem der jeweilige Partner über die Kaution entscheidet. Bei 9drive steht die Plattformlogik im Vordergrund. Die Kaution richtet sich deshalb nicht nach einer eigenen 9drive-Regel, sondern nach dem Anbieter oder Händler des konkreten Angebots.
Kaution ist nicht dasselbe wie Selbstbeteiligung
Die Kaution und die Selbstbeteiligung bei Schäden sind zwei unterschiedliche Dinge. Die Kaution ist eine Sicherheitsleistung, die du vor oder bei Fahrzeugübergabe hinterlegst. Die Selbstbeteiligung ist der Betrag, den du im Schadenfall trotz Versicherung selbst zahlen musst.
Ein Auto-Abo kann also eine niedrige oder gar keine Kaution haben, aber trotzdem eine hohe Selbstbeteiligung bei Vollkasko- oder Teilkaskoschäden. Umgekehrt kann ein Anbieter eine höhere Kaution verlangen, aber eine moderatere Selbstbeteiligung haben. Für den echten Kostenvergleich brauchst du deshalb beide Werte.
Ersetzt eine Kaution die Bonitätsprüfung?
Nein. Eine Kaution ersetzt beim Auto-Abo in der Regel keine Bonitätsprüfung. Viele Anbieter prüfen vor Vertragsabschluss, ob du die monatlichen Raten voraussichtlich zuverlässig zahlen kannst. Die Kaution ist dann nur eine zusätzliche Sicherheit.
Das ist vor allem wichtig, wenn du nach einem Auto-Abo trotz schwächerer Bonität suchst. Einige Anbieter können eine höhere Kaution verlangen, wenn die Prüfung nicht ideal ausfällt. Andere Anbieter lehnen den Vertrag trotzdem ab. Eine hohe Kaution ist also keine Garantie dafür, dass ein Auto-Abo trotz negativer SCHUFA zustande kommt.
Wenn du dich grundsätzlich über Angebote mit schwieriger Bonität informieren möchtest, lohnt sich ein separater Blick auf das Thema Auto-Abo ohne SCHUFA. Wichtig bleibt aber: Auch dort solltest du genau prüfen, ob wirklich keine SCHUFA-Abfrage erfolgt oder ob nur eine andere Form der Bonitätsprüfung gemeint ist.
Wann bekommst du die Kaution zurück?
Die Rückzahlung erfolgt normalerweise erst nach Rückgabe, Fahrzeugprüfung und Endabrechnung. Der Anbieter prüft, ob das Fahrzeug ordnungsgemäß zurückgegeben wurde und ob noch offene Beträge bestehen. Erst danach wird die Kaution zurückgezahlt, freigegeben oder mit offenen Kosten verrechnet.
Typische Gründe für eine Verrechnung sind Schäden, nicht bezahlte Raten, Mehrkilometer, fehlendes Zubehör, verspätete Rückgabe oder Gebühren. Deshalb solltest du bei der Rückgabe auf ein sauberes Protokoll achten. Je besser dokumentiert ist, in welchem Zustand das Fahrzeug zurückgegeben wurde, desto leichter lassen sich spätere Unklarheiten vermeiden.
Bei FINN wird die Kaution mit der Endabrechnung verrechnet. MILES zahlt nach Rückgabe zurück, sofern keine offenen Kosten oder Beanstandungen bestehen. Carminga nennt die Erstattung nach ordnungsgemäßer Rückgabe. Bei SIXT+ und myEuropcar hängt die genaue Abwicklung stärker von Buchung, Zahlungsmittel und Vertrag ab.
Worauf du vor der Buchung achten solltest
- Kautionshöhe: Gibt es einen festen Betrag, eine Monatsrate oder eine Staffel nach Bonität?
- Fälligkeit: Wird die Kaution vor Lieferung, bei Übergabe, bei Buchung oder erst bei Bereitstellung fällig?
- Zahlungsart: Musst du überweisen, wird abgebucht oder nur auf der Kreditkarte reserviert?
- Rückzahlung: Wann wird die Kaution freigegeben und welche Kosten können verrechnet werden?
- Selbstbeteiligung: Wie hoch ist dein Eigenanteil bei Vollkasko- oder Teilkaskoschäden?
- Vertragspartner: Buchst du direkt beim Anbieter oder über eine Plattform mit Partner-AGB?
- Startkosten: Wie hoch ist die Summe aus erster Monatsrate, Kaution, Lieferkosten und möglichen Gebühren?
Auto-Abo oder Leasing: Welche Alternative passt besser?
Wenn dich beim Auto-Abo vor allem die hohe Kaution stört, solltest du trotzdem nicht nur nach Angeboten ohne Kaution suchen. Manchmal ist ein anderes Mobilitätsmodell sinnvoller. Ein klassisches Leasing-Angebot kann zum Beispiel interessant sein, wenn du ein Fahrzeug länger nutzen möchtest und die monatlichen Kosten möglichst planbar sein sollen.
Dafür ist Leasing meist weniger flexibel als ein Auto-Abo. Wartung, Versicherung, Laufzeit, Anzahlung und Rückgabe können anders geregelt sein. Auch die Bonitätsprüfung spielt beim Leasing eine wichtige Rolle. Die Alternative ist also nicht automatisch einfacher, sondern nur anders strukturiert.
Wenn du vor allem kurzfristig ein Fahrzeug brauchst, kann das Auto-Abo trotz Kaution praktischer sein. Wenn du länger planst und genau weißt, welches Fahrzeug du fahren möchtest, kann Leasing wirtschaftlich attraktiver sein. Entscheidend ist nicht der Produktname, sondern die Summe aus Monatsrate, Startkosten, Laufzeit, Rückgabe und Risiko im Schadenfall.
Fazit: Die Kaution entscheidet über die echten Startkosten
Die Kaution beim Auto-Abo ist kein Nebenthema. Sie kann bei 0 Euro liegen, eine Monatsmiete betragen, als fester Betrag wie 750 Euro auftauchen oder bis zu 3 Monatsraten erreichen. Besonders transparent ist MILES mit einer konkreten Score-Staffel. FINN nennt eine klare Obergrenze, Carminga eine gut verständliche Monatsmiete und myEuropcar einen konkreten Betrag auf geprüften Fahrzeugseiten.
Bei SIXT+, FAAREN, movme und 9drive musst du genauer hinschauen. SIXT+ macht die Kaution von der Fahrzeuggruppe abhängig. FAAREN verweist auf Partnerregeln. movme nennt öffentlich keinen konkreten Betrag. 9drive ist als Plattform nicht direkt Kautionsgeber; entscheidend ist der jeweilige Vertragspartner.
Für dich zählt am Ende nicht nur die niedrigste Monatsrate. Ein gutes Angebot ist eines, bei dem du vor der Buchung weißt, wie viel Geld du sofort brauchst, wann du es zurückbekommst und welche Kosten im Schadenfall zusätzlich entstehen können. Einen ersten Überblick über passende Anbieter findest du in der Anbieterübersicht.