·  Jonas Okonkwo  ·  12 Min. Lesezeit

Leasingvertrag übernehmen oder abgeben: Ablauf, Kosten und Risiken

Du möchtest in einen laufenden Leasingvertrag einsteigen? Wir zeigen, wie die Übernahme funktioniert und worauf du bei Bonität, Kosten, Sonderzahlung, Kilometerstand und Fahrzeugzustand achten solltest.

Leasingvertrag übernehmen oder abgeben: Ablauf, Kosten und Risiken
KI-generiertes Symbolbild

Du möchtest einen laufenden Leasingvertrag übernehmen oder deinen eigenen Vertrag vorzeitig abgeben? Eine Leasingübernahme kann für beide Seiten interessant sein, funktioniert aber nur mit Zustimmung des Leasinggebers. Wir zeigen, wie die Vertragsübernahme abläuft, welche Kosten entstehen und worauf neuer und bisheriger Leasingnehmer bei Bonität, Sonderzahlung, Kilometerstand und Fahrzeugzustand achten sollten.

Das Wichtigste zur Leasingübernahme
Eine Leasingübernahme ist nur möglich, wenn der Leasinggeber der Vertragsumschreibung zustimmt.
Der neue Leasingnehmer muss in der Regel eine eigene Bonitätsprüfung bestehen.
Die bestehenden Vertragsbedingungen wie Restlaufzeit, Leasingrate und Kilometerregelung werden grundsätzlich übernommen, soweit der Leasinggeber keine abweichende Vereinbarung zulässt.
Der Fahrzeugzustand und das bereits verbrauchte Kilometerbudget sollten vor der Übergabe genau dokumentiert werden.
Der bisherige Leasingnehmer sollte sich schriftlich bestätigen lassen, dass er aus dem Vertrag entlassen wurde.
Ob sich die Übernahme lohnt, entscheidet nicht allein die Monatsrate, sondern die gesamten Kosten der verbleibenden Vertragslaufzeit.

Was bedeutet „Leasingvertrag übernehmen“ genau?

Bei einer Leasingübernahme wechselt der Leasingnehmer während eines noch laufenden Vertrags. Das Fahrzeug wird also nicht gekauft, sondern weiter geleast. Für dich als Übernehmer zählt deshalb nicht nur das Auto, sondern vor allem der bereits bestehende Vertrag mit seiner Restlaufzeit und seinen Konditionen.

Nicht verwechseln: Die Übernahme eines laufenden Leasingvertrags ist etwas anderes als der Kauf eines Fahrzeugs nach dem regulären Leasingende. Wenn du ein bereits zurückgegebenes Leasingfahrzeug kaufen möchtest, findest du die Besonderheiten im Ratgeber Leasingrückläufer kaufen.

Möchtest du dagegen dein eigenes Leasingfahrzeug nach Vertragsende behalten, geht es nicht um eine Leasingübernahme, sondern um den Kauf des Leasingautos. Welche Rolle dabei Kaufoption, Ablösewert und Restwert spielen, erklären wir im Ratgeber Auto aus Leasing kaufen.

Rechtlich lässt sich der Wechsel nicht allein zwischen bisherigem und neuem Leasingnehmer erledigen. Der Leasinggeber muss mitwirken. Für die Schuldübernahme zeigt bereits § 415 BGB, dass eine zwischen Schuldner und Übernehmer vereinbarte Übernahme von der Genehmigung des Gläubigers abhängt. Bei der Übertragung des gesamten Leasingvertrags ist die Zustimmung des Leasinggebers ebenfalls zentral.

Kann jeder Leasingvertrag übernommen werden?

Nein. Ob eine Vertragsübernahme möglich ist, hängt vom Leasinggeber, dem konkreten Vertrag und teilweise auch vom Zeitpunkt innerhalb der Laufzeit ab. Manche Leasinggesellschaften bieten dafür einen festen Prozess an, andere schließen eine Übernahme aus oder lassen sie nur unter bestimmten Voraussetzungen zu.

Wie unterschiedlich die Praxis der Leasinggeber ist, zeigt Volkswagen Financial Services: Dort wird aktuell ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine Leasingübernahme nicht möglich ist. Prüfe deshalb immer die Bedingungen deines konkreten Leasinggebers, bevor du nach einem Übernehmer suchst oder eine Übernahme vereinbarst.

Der erste Schritt ist die Nachfrage beim Leasinggeber. Kläre, ob eine Umschreibung zulässig ist, welche Unterlagen benötigt werden, ob Fristen gelten und ob Bearbeitungs- oder Umschreibungsgebühren entstehen können.

Leasingvertrag abgeben: So gehst du als bisheriger Leasingnehmer vor

Möchtest du deinen eigenen Leasingvertrag abgeben, solltest du zuerst beim Leasinggeber klären, ob eine Vertragsübernahme grundsätzlich möglich ist. Suche erst danach verbindlich nach einem neuen Leasingnehmer, denn eine private Einigung allein führt noch nicht dazu, dass du aus dem Vertrag ausscheidest.

Stelle einem Interessenten den vollständigen Vertrag sowie die wichtigsten Fahrzeugdaten zur Verfügung. Dazu gehören insbesondere Leasingrate, Restlaufzeit, vereinbarte Gesamtlaufleistung, aktueller Kilometerstand, Mehrkilometersatz, vorhandene Zusatzleistungen sowie bekannte Schäden und anstehende Wartungen. So kann der potenzielle Übernehmer beurteilen, welche tatsächlichen Verpflichtungen er übernimmt.

Habt ihr euch geeinigt, beantragt ihr die Umschreibung beim Leasinggeber. Dieser prüft den neuen Leasingnehmer und entscheidet, ob er dem Wechsel zustimmt. Fahrzeug, Schlüssel und laufende Kosten solltest du erst übergeben, wenn die Vertragsübernahme wirksam bestätigt wurde. Lass dir anschließend schriftlich bestätigen, dass du aus dem bisherigen Leasingvertrag entlassen bist.

Wo kannst du einen Leasingvertrag zur Übernahme anbieten oder finden?

Leasingübernahmen werden unter anderem über spezialisierte Leasingbörsen und Fahrzeugplattformen angeboten. Als bisheriger Leasingnehmer solltest du in einem Inserat die Vertragsdaten möglichst transparent nennen: Rate, Restlaufzeit, Kilometerbudget, aktueller Kilometerstand, Fahrzeugzustand und eine eventuell gewünschte Ausgleichszahlung.

Als potenzieller Übernehmer solltest du dich nicht allein an einer niedrigen Monatsrate orientieren. Lass dir vor einer verbindlichen Vereinbarung den vollständigen Leasingvertrag zeigen und kläre direkt mit dem Leasinggeber, ob die konkrete Vertragsübernahme möglich ist.

Bonitätsprüfung: Der neue Leasingnehmer wird selbst geprüft

Bei einer Übernahme übernimmt der Leasinggeber nicht einfach die Bonität des bisherigen Kunden. Der neue Leasingnehmer wird regelmäßig eigenständig geprüft. Je nach Anbieter können dafür Einkommensnachweise, eine Selbstauskunft, Identitätsunterlagen und Informationen von Wirtschaftsauskunfteien verlangt werden.

Das ist wichtig, wenn du einen Vertrag von einem Familienmitglied, Freund oder Kollegen übernehmen möchtest: Eine gute Zahlungshistorie des bisherigen Leasingnehmers ersetzt deine eigene Prüfung nicht. Der Leasinggeber entscheidet auf Grundlage deiner wirtschaftlichen Situation, ob er dich als neuen Vertragspartner akzeptiert.

Welche Nachweise erforderlich sind, lässt sich nicht pauschal festlegen: Privatpersonen und Gewerbekunden können je nach Leasinggeber unterschiedliche Unterlagen einreichen müssen. Wenn du wissen möchtest, welche Faktoren bei einer Leasingprüfung typischerweise eine Rolle spielen, hilft der Ratgeber Auto leasen trotz SCHUFA bei der Einordnung.

So läuft eine Leasingübernahme typischerweise ab

  1. Übertragbarkeit klären: Der bisherige Leasingnehmer fragt beim Leasinggeber, ob und zu welchen Bedingungen eine Umschreibung möglich ist.
  2. Vertragsunterlagen prüfen: Du lässt dir den vollständigen Leasingvertrag einschließlich Nachträgen zeigen und prüfst Restlaufzeit, Rate, Kilometerregelung, Serviceumfang, Rückgabebedingungen sowie mögliche Kauf-, Andienungs- oder sonstige Sonderregelungen.
  3. Fahrzeug besichtigen: Zustand, Vorschäden, Reifen, Wartungen, Zubehör und Kilometerstand sollten dokumentiert werden.
  4. Private Ausgleichszahlungen vereinbaren: Falls der bisherige Leasingnehmer einen Ausgleich für Sonderzahlung oder andere bereits getragene Kosten möchte, wird das separat geklärt.
  5. Bonitätsprüfung durchführen: Du reichst die vom Leasinggeber verlangten Unterlagen ein.
  6. Übernahme formal bestätigen lassen: Erst wenn der Leasinggeber der Umschreibung zugestimmt hat und der vereinbarte Übernahmestichtag feststeht, solltest du davon ausgehen, dass der Vertragswechsel wirksam umgesetzt ist.
  7. Versicherung und Ummeldung abstimmen: Kfz-Versicherung, Haltereintrag und Übergabetermin müssen zum tatsächlichen Übernahmestichtag passen.
Übernimm Fahrzeug, Schlüssel und laufende Kosten nicht nur auf Basis einer privaten Absprache. Entscheidend ist, wann der Leasinggeber die Übernahme wirksam umgesetzt hat und welcher Stichtag in der Vereinbarung festgelegt ist.

Welche Kosten musst du bei der Übernahme einplanen?

Die verbleibenden Monatsraten sind nur ein Teil der wirtschaftlichen Betrachtung. Hinzukommen können einmalige Kosten für die Vertragsumschreibung, Ummeldung, Versicherung, eine Fahrzeugprüfung oder privat vereinbarte Ausgleichszahlungen. Außerdem solltest du absehbare Wartungen, Reifen, Mehrkilometer und mögliche Rückgabefolgen berücksichtigen.

Für einen fairen Vergleich mit einem neuen Leasingangebot kannst du die festen Restkosten über die verbleibenden Monate verteilen. Der Leasingrechner von Leasing-Point hilft dabei, Monatsrate und Einmalkosten gemeinsam zu betrachten. Für eine Vertragsübernahme musst du zusätzlich die bereits gefahrenen Kilometer und den aktuellen Fahrzeugzustand einbeziehen.

KostenpunktWas du prüfen solltest
Restliche LeasingratenWie viele Raten sind noch offen und bleibt die Rate unverändert?
UmschreibungsgebührVerlangt der Leasinggeber eine Gebühr und wer trägt sie?
Private AusgleichszahlungGibt es eine Vereinbarung für bereits geleistete Sonderzahlungen oder andere Vorteile?
Kaution oder SicherheitWie behandelt der Leasinggeber eine bereits hinterlegte Sicherheit bei der Umschreibung?
Ummeldung und VersicherungWelche Kosten entstehen zum Übernahmestichtag?
Wartung und VerschleißWelche Arbeiten stehen während der Restlaufzeit voraussichtlich an?
Mehrkilometer und RückgabeWie viel Kilometerbudget bleibt und welche Rückgaberegeln gelten?

Beispiel: Was kostet eine Leasingübernahme effektiv?

Angenommen, ein Leasingvertrag läuft noch zwölf Monate. Die Leasingrate beträgt 299 Euro monatlich. Für die Vertragsübernahme und Ummeldung fallen beispielhaft insgesamt 350 Euro an, zusätzlich vereinbaren bisheriger und neuer Leasingnehmer einen privaten Ausgleich von 500 Euro. Während der Restlaufzeit steht außerdem eine Wartung für voraussichtlich 300 Euro an.

Dann ergeben sich:

  • 12 × 299 Euro Leasingrate = 3.588 Euro
  • + 350 Euro einmalige Kosten
  • + 500 Euro privater Ausgleich
  • + 300 Euro absehbare Wartung
  • = 4.738 Euro Gesamtkosten

Auf zwölf Monate verteilt entsprechen die kalkulierten Kosten damit rund 395 Euro pro Monat. Das Beispiel zeigt: Eine scheinbar günstige Rate von 299 Euro kann wirtschaftlich deutlich höher liegen, wenn Einmalkosten und bereits absehbare Ausgaben berücksichtigt werden.

Die Beträge sind nur ein Rechenbeispiel. Tatsächliche Gebühren und Kosten hängen vom Leasinggeber, Vertrag und Fahrzeug ab.

Falls beim ursprünglichen Vertrag eine Kaution oder andere Sicherheit hinterlegt wurde, solltest du deren Behandlung direkt mit dem Leasinggeber klären. Ob eine Sicherheit übertragen, neu gestellt oder später an den bisherigen Leasingnehmer zurückgezahlt wird, hängt von Vertrag und Anbieter ab. Eine private Verrechnung zwischen euch sollte die formale Regelung des Leasinggebers nicht ersetzen.

Was passiert mit einer bereits gezahlten Leasingsonderzahlung?

Eine vom bisherigen Leasingnehmer zu Vertragsbeginn geleistete Sonderzahlung wird durch die Übernahme nicht automatisch an ihn zurückgezahlt. Sie war Bestandteil der ursprünglichen Kalkulation und kann die laufende Rate bereits beeinflusst haben.

In der Praxis verhandeln alter und neuer Leasingnehmer deshalb häufig eine private Ausgleichszahlung. Deren Höhe ist keine feste gesetzliche Pauschale. Sinnvoll ist, den noch verbleibenden Nutzen der Sonderzahlung, die Restlaufzeit, den Fahrzeugzustand und die übrigen Vertragskonditionen gemeinsam zu betrachten.

Eine solche Zahlung sollte schriftlich und getrennt von der Leasingrate festgehalten werden. Vor allem muss klar sein, ob sie nur bei erfolgreicher Vertragsübernahme fällig wird. Wird die Übernahme vom Leasinggeber abgelehnt, sollte daraus nicht unbeabsichtigt eine Zahlungspflicht entstehen.

Vertrag und Kilometerbudget genau prüfen

Du übernimmst keinen frisch verhandelten Neuvertrag. Prüfe deshalb, welche Konditionen bereits feststehen und welche davon nach der Umschreibung überhaupt verändert werden können. Besonders wichtig sind Restlaufzeit, vereinbarte Gesamtlaufleistung, Mehr- und Minderkilometersätze, Wartungsvorgaben, Bereifung, Rückgabeort und mitgeleaste Zusatzleistungen.

Beim Kilometerleasing zählt nicht nur, wie viele Kilometer pro Jahr ursprünglich vereinbart wurden. Entscheidend ist, wie viel vom gesamten Kilometerbudget zum Übernahmestichtag noch übrig ist. Ist der bisherige Leasingnehmer überproportional viel gefahren, kann das für dich am Vertragsende zu Mehrkilometern führen.

Beim Restwertleasing kommt zusätzlich das vertragliche Restwertrisiko hinzu. Du solltest daher genau wissen, welches Leasingmodell du übernimmst und wie die Schlussabrechnung funktioniert.

Fahrzeugzustand: Vorschäden werden zu deinem Rückgaberisiko

Mit dem Vertrag übernimmst du ein bereits genutztes Fahrzeug. Schäden, ungewöhnlicher Verschleiß oder fehlendes Zubehör können bei der späteren Rückgabe relevant werden, selbst wenn sie vor deinem Einstieg entstanden sind. Deshalb ist eine saubere Zustandsdokumentation für dich wichtiger als bei einem Neuwagen, den du selbst erstmals übernimmst.

Fotografiere Lack, Felgen, Scheiben, Innenraum, Reifen, Kilometerstand, Schlüssel und mitgeliefertes Zubehör. Frage nach bekannten Unfallschäden, Reparaturen und Wartungsnachweisen. Bei größeren oder unklaren Schäden kann eine unabhängige Begutachtung vor der Übernahme sinnvoll sein.

Halte bekannte Vorschäden und den Kilometerstand in einem von beiden Seiten unterschriebenen Übergabeprotokoll fest. Für die spätere Fahrzeugrückgabe findest du weitere Details im Ratgeber Leasingrückgabe: Ablauf, Schäden und Fristen.

Wann ist der bisherige Leasingnehmer wirklich aus dem Vertrag?

Die bloße Anfrage zur Vertragsübernahme beendet die Pflichten des bisherigen Leasingnehmers nicht. Bis zur wirksamen Umschreibung bleibt er grundsätzlich Vertragspartner und muss seine Pflichten weiter erfüllen. Maßgeblich sind die Zustimmung des Leasinggebers und der im Übernahmevertrag vereinbarte Zeitpunkt.

Ein aktuelles Urteil zeigt, warum diese Bestätigung wichtig ist: Das OLG Frankfurt am Main entschied am 19. August 2026, dass eine in den AGB eines Leasingübernahmevertrags überraschend enthaltene fortbestehende Mithaftung des ausscheidenden Leasingnehmers unwirksam war. Daraus folgt allerdings nicht, dass jede ausdrücklich und wirksam vereinbarte Mithaftung unzulässig wäre. Prüfe den Übernahmevertrag deshalb auch nach der Zustimmung des Leasinggebers genau.

Für den bisherigen Leasingnehmer ist deshalb wichtig, sich die erfolgte Vertragsübernahme und seine Entlassung aus dem Vertrag schriftlich bestätigen zu lassen. Für den Übernehmer muss umgekehrt klar sein, ab welchem Datum Rate, Versicherung, Nutzung und Rückgaberisiko auf ihn übergehen.

Vorteile und Risiken im Überblick

Mögliche VorteileMögliche Risiken
Kürzere Restlaufzeit als bei vielen NeuverträgenBestehende Konditionen sind nur begrenzt veränderbar
Fahrzeug ist bereits vorhandenVorschäden und Verschleiß müssen sauber bewertet werden
Interessante Konditionen aus einem älteren Vertrag können fortgeführt werdenRestliches Kilometerbudget kann knapp sein
Privater Ausgleich kann verhandelbar seinZusätzliche Einmalkosten können den Vorteil reduzieren
Für den bisherigen Leasingnehmer möglicher Ausstieg aus laufendem VertragÜbernahme hängt von Zustimmung und Bonitätsprüfung ab

Leasingübernahme oder neuer Leasingvertrag: Was ist sinnvoller?

LeasingübernahmeNeuer Leasingvertrag
häufig kürzere verbleibende LaufzeitLaufzeit wird neu vereinbart
Fahrzeug häufig bereits vorhandenFahrzeug kann bestellt oder konfiguriert werden
bestehende Rate und Vertragskonditionenaktuelle Marktkonditionen
verbleibendes Kilometerbudget muss passenKilometerleistung wird neu festgelegt
Vorschäden und Verschleiß müssen geprüft werdenbei Neuwagen kein vorheriger Nutzer
mögliche Umschreibungs- und Ausgleichskostenmögliche Sonderzahlung und Bereitstellungskosten

Eine Leasingübernahme ist deshalb nicht automatisch günstiger als ein Neuvertrag. Vergleiche beide Varianten über denselben verbleibenden Zeitraum und berücksichtige neben der Monatsrate auch Einmalkosten, Kilometerbudget, Wartung und Fahrzeugzustand. Aktuelle Leasingangebote kannst du direkt im Leasing-Point-Vergleich gegenüberstellen.

Wann kann sich die Vertragsübernahme lohnen?

Interessant kann sie sein, wenn du ein bestimmtes Fahrzeug nur noch für eine überschaubare Restlaufzeit benötigst und die bestehenden Konditionen zu deiner Fahrleistung passen. Auch ein bereits verfügbares Auto kann attraktiv sein, wenn du keinen neuen Vertrag mit längerer Bindung abschließen möchtest.

Entscheidend ist aber der Vergleich der tatsächlichen Restkosten. Addiere verbleibende Raten, Einmalkosten und eine mögliche private Ausgleichszahlung. Stelle dem ein vergleichbares neues Leasingangebot mit ähnlicher Laufzeit, Kilometerleistung und Ausstattung gegenüber.

Eine niedrige bestehende Monatsrate allein reicht nicht als Argument. Wenn das Kilometerbudget fast aufgebraucht ist, teure Wartungen anstehen oder bereits erhebliche Schäden vorhanden sind, kann ein scheinbar günstiger Vertrag am Ende unattraktiv sein.

Aktuelle Leasingangebote als Alternative

Aktuell verfügbare Auto-Abo- und Leasing-Angebote — täglich aktualisiert

Checkliste vor der Leasingübernahme

Fazit: Nicht die Rate, sondern der gesamte Restvertrag entscheidet

Einen Leasingvertrag zu übernehmen kann eine sinnvolle Abkürzung zu einem Fahrzeug mit kürzerer Restlaufzeit sein. Voraussetzung ist aber, dass der Leasinggeber zustimmt, deine Bonität akzeptiert und die bestehenden Konditionen wirklich zu deiner Nutzung passen.

Prüfe deshalb Vertrag, Kilometerbudget, Fahrzeugzustand und alle einmaligen Kosten als Gesamtpaket. Kläre Sonderzahlungen und andere private Ausgleiche getrennt und schriftlich. Erst wenn der formale Wechsel vollzogen ist, sollte die tatsächliche Fahrzeugübergabe erfolgen.

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Über Jonas

Jonas Okonkwo

Redakteur für E-Mobilität & Verbraucherthemen

Jonas beschäftigt sich mit Förderprogrammen, steuerlichen Fragen rund um Dienstwagen und Gehaltsumwandlung sowie nachhaltiger Mobilität. Er verfolgt Gesetzesänderungen und Förderrichtlinien, damit die Ratgeber auf Leasing-Point.de aktuell bleiben.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich einen Leasingvertrag ohne Zustimmung des Leasinggebers übernehmen?
Eine private Einigung zwischen bisherigem und neuem Leasingnehmer reicht nicht aus. Der Leasinggeber muss einer wirksamen Vertragsumschreibung zustimmen beziehungsweise daran mitwirken. Manche Anbieter lassen Vertragsübernahmen zudem grundsätzlich nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen zu.
Wird bei einer Leasingübernahme meine Bonität geprüft?
In der Regel ja. Der Leasinggeber prüft den neuen Leasingnehmer eigenständig und kann dafür beispielsweise Einkommensnachweise, Selbstauskunft, Identitätsunterlagen und Informationen von Wirtschaftsauskunfteien verlangen. Die Bonität des bisherigen Leasingnehmers wird nicht einfach auf dich übertragen.
Was passiert mit der Leasingsonderzahlung des bisherigen Leasingnehmers?
Sie wird bei der Vertragsübernahme nicht automatisch vom Leasinggeber zurückgezahlt. Häufig vereinbaren alter und neuer Leasingnehmer privat einen finanziellen Ausgleich. Ob und in welcher Höhe das sinnvoll ist, hängt von Restlaufzeit, Rate, Fahrzeugzustand und den konkreten Vertragsbedingungen ab.
Wer haftet bei der Rückgabe für Schäden, die schon vor der Übernahme vorhanden waren?
Gegenüber dem Leasinggeber kann für den neuen Leasingnehmer entscheidend sein, in welchem Zustand das Fahrzeug bei der späteren Rückgabe ist und welche Pflichten der übernommene Vertrag vorsieht. Deshalb solltest du vorhandene Schäden bei der Übergabe detailliert dokumentieren und eine mögliche Kostenverteilung mit dem bisherigen Leasingnehmer schriftlich regeln.
Wann ist der bisherige Leasingnehmer aus seinen Pflichten entlassen?
Nicht bereits mit der Anfrage oder einer privaten Zusage. Maßgeblich sind die wirksame Vertragsumschreibung und der vereinbarte Übernahmestichtag. Der bisherige Leasingnehmer sollte sich seine Entlassung aus dem Vertrag schriftlich bestätigen lassen und mögliche Mithaftungsklauseln genau prüfen.
Wie finde ich jemanden, der meinen Leasingvertrag übernimmt?
Einen Übernehmer kannst du beispielsweise über spezialisierte Leasingbörsen oder Fahrzeugplattformen suchen. Kläre allerdings zuerst mit deinem Leasinggeber, ob der Vertrag überhaupt übertragen werden kann. Im Inserat sollten Rate, Restlaufzeit, Kilometerbudget, aktueller Kilometerstand, Fahrzeugzustand und mögliche Ausgleichszahlungen transparent genannt werden.
Wie lange dauert eine Leasingübernahme?
Eine allgemeingültige Dauer gibt es nicht. Sie hängt unter anderem vom Prozess des Leasinggebers, der Vollständigkeit der Unterlagen und der Bonitätsprüfung des neuen Leasingnehmers ab. Plane deshalb ausreichend Vorlauf ein und übergib das Fahrzeug erst, wenn der Leasinggeber die Umschreibung bestätigt hat.
Kann ich meinen Leasingvertrag einfach verkaufen?
Du kannst nicht das geleaste Fahrzeug verkaufen, weil es dem Leasinggeber gehört. Was unter „Leasingvertrag verkaufen“ häufig gemeint ist, ist die Übertragung des laufenden Vertrags auf einen neuen Leasingnehmer. Das funktioniert nur, wenn der Leasinggeber der Vertragsübernahme zustimmt.